Lesenacht der Klasse 4b
Am 21. Mai 2026 fand unsere vierte Lesenacht statt. Bisher schliefen wir immer in der Schule, doch diesmal fand das Event in der nahegelegenen Lydia-Gemeinde statt. Ich stellte mir im Vorfeld die Frage, ob diese Lesenacht genauso schön werden könnte wie die vergangenen.
Unsere Lesenacht stand unter dem Motto „Märchen“. Schon während des Unterrichtstages waren die Kinder sehr aufgeregt und neugierig. Am Abend kamen sie in Begleitung ihrer Eltern und bauten ihr Nachtlager auf.
Nachdem alle ihren Platz gefunden hatten, aßen wir gemeinsam draußen im Garten leckere Pizza, die uns Eltern in einem Bollerwagen brachten.
Um uns auf die gemeinsame Nacht einzustimmen, spielten die Kinder ein Teamspiel. Dabei ging es um Geschicklichkeit, Geduld und Teamgeist.
Anschließend wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe bastelte mit zwei Müttern Schlüsselanhänger in der Makramee-Technik. Auch hier war Geduld gefragt, da die richtige Flechttechnik gar nicht so einfach war. Die andere Gruppe versammelte sich im gemütlichen Leseraum und stellte ihre Märchen vor. Darin waren die Kinder ja schon „alte Hasen“. Sie hatten sich hervorragend vorbereitet und wussten genau, wie man ein Buch oder eine Geschichte präsentiert. Dabei merkten die Kinder auch, dass die Sprache in Märchen oft ganz anders ist als unsere heutige Umgangssprache. Dies machte das Vorlesen manchmal gar nicht so leicht. Nach einer Weile wurden die Gruppen getauscht.
Nun war es schon ziemlich spät. Es wurde Zeit, die Zähne zu putzen und ins Bett zu gehen. Als alle eingekuschelt in ihren Betten lagen, sagte ich zu ihnen, sie sollten bloß nicht denken, dass sie jetzt schon schlafen dürften. Sie müssten noch einmal aufstehen, sich anziehen und eine Nachtwanderung inklusive einer Mutstrecke absolvieren. Das Geschrei war groß! Alle sprangen schnell aus den Betten und wir gingen los.
Es stand den Kindern frei, ob sie die kleine Mutstrecke allein, mit einem Mitschüler oder mit einem Erwachsenen bewältigen wollten. Ich wartete am Ende der Strecke, nahm sie in Empfang und stellte stolz fest, dass ich ausschließlich mutige Schülerinnen und Schüler hatte. Nun gingen wir wieder zurück, und jetzt wurden auch die letzten Kinder müde.
Als alle wieder eingekuschelt in ihren Schlafsäcken lagen, las ich noch ein Märchen vor. Schon während des Vorlesens schliefen die meisten von ihnen friedlich ein.
Am nächsten Morgen wurden die Kinder vom Duft frischer Brötchen geweckt, die eine Mutter frühmorgens vorbeigebracht hatte. Wir deckten die Tische wieder draußen im Garten, wo wir von der herrlichen Morgensonne empfangen wurden. So konnten alle bei bestem Wetter gemeinsam frühstücken.
Nach und nach wurden die Kinder schließlich von ihren Eltern abgeholt.
Die Lesenacht war ein voller Erfolg! Dies war jedoch nur möglich, weil mich so viele helfende Hände unterstützt haben. Ein herzliches Dankeschön gilt allen Eltern für die großartige Hilfe bei den Vorbereitungen, der Durchführung und beim anschließenden Aufräumen! Es ist schön, so von Eltern unterstützt zu werden!
Kerstin Geelhaar
Klassenleiterin 4b